Ich liebe einfach den Look den das 35mm her gibt. Die Michelle hat mir das aber auch einfach gemacht.

Zentral, zwei Linien die zum Kopf zulaufen, die vertikalen Linien im Hintergrund die auf der selben Ebene enden, Dreiecke in der Körperhaltung und einen tollen Ausdruck den Michelle mir von selbst hin gezaubert hat. Zu Ihren roten Haaren hat einfach der Komplementärkontrast gepasst, das Cyan und Orange gefällt mir einfach super, ist natürlich Geschmackssache.

EXIF – ich find ja 35mm f/1.4 reicht, alle anderen Daten bringen eh nix
Aber wer es wissen möchte: ISO 100 (wann immer möglich) und 1/2500 Sek.

Was dann doch noch wichtig ist, ein grosser runder silbriger Reflektor von unten auf Bauchhöhe, zwischen mir und ihr eingeklemmt.

An diesem Beispiel möchte ich euch gerne mal etwas über Komplementärkontraste in Fotos erzählen.

Bevor ich das erkläre, mal ein Vergleich der Ausgangsdaten und dem Finalen Bild.

 

Was ich da gemacht hab ist eigentlich recht simpel.

Das Foto OOTC (out of the cam) gefällt mir schon sehr gut aber ich wollte hier mal den Komplementärlook herausarbeiten.

allg

(Bild links klicken zum Vergrössern)
Um den Kontrast zu verstärken und die hohe Dynamik der Nikon D800e aus zu nutzen wurden die beiden Regler Tiefen und Lichter drastisch verschoben und der Kontrast anschliessend angehoben bis es wieder gut aussieht. Etwas Klarheit schadet diesem Bild nicht und die Dynamik habe ich angehoben und die Sättigung verringert, so ergibt sich eine etwas gleichmässigere Sättigung der Farben.

Um die Farben im Bild mehr auf die Komplimentärfarben zu reduzieren ziehe ich den Regler der Kamerakalibrierung im Blau -100, im Grün +100 (sieht erstmal komisch aus) und dann im Rot so weit nach oben bis der Hautton wieder passt (hier +100 ist generell ein Extrembeispiel, aber es geht darum dass Blau und Grün sich komplementär verhalten (-100 und +100 bzw. -60 und +60 etc.) und dann mit Rot ausgichen wird).

Anschliessend hab ich etwas mit den Farben gespielt um die Sättigungen da hin zu bringen wo ich sie wollte. Mit dem Orange und Gelb kann man den Hautton und in diesem Fall auch die Haarfarbe anpassen und mit den Blautönen den Hintergrund.

Das entwickelte RAW Bild sieht dann so aus:

raw-entwicklung

Für mich war das noch nicht ganz fertig, mir gefiel der Schnitt noch nicht perfekt, sie steht etwas rechts im Bild und sollte bei so einem Motiv zentral stehen, also musste ich rechts ein wenig dazu stempeln. Die Pose fand ich fantastisch aber durch die eng anliegenden Arme erscheinen sie etwas dicker als sie sind und das hab ich etwas ausgleichen wollen um dem tollen Model gerecht zu werden. Ausserdem hat sie noch gelbe Finger und das sieht aus wie bei einem Kettenraucher – unschön!

Also ab in Photoshop:
Hier hab ich recht wenig gemacht. Die Haut bedarf keiner Retusche, ich lass das hier sehr gerne natürlich, auch wenn man jetzt hätte sagen können die Sommersprosse auf der Nase ist etwas zu gross, etc – ich finds toll so. Die Haare wollt ich ebenfalls lassen, einmal war es mir einfach zu aufwändig und auf der anderen Seite erhält das etwas die Natürlichkeit und die Bildbearbeitung ist eh schon recht intensiv.

Leichtes Dodge und Burn am Arm und in den Haaren damit die mehr Dimension bekommen. Dann meine Boost-Kurve rein, die ich gern für den Kontrast verwende.
Eine Tonwertkorrektur die der Haut etwas mehr Wärme und den Tiefen etwas mehr Kälte verleiht (Komplementär). Mit Helligkeit / Kontrast noch etwas nachhelfen, war mir noch ne Spur zu wenig, aber nur ganz leicht (hinterher denk ich mir – bringt eh praktisch nix ^^).

So hier die Screens dazu – Ebenenpalette inklusive:

Kurve – boost
Tonwert – Komplementärkontrast
Helligkeit / Kontrast – was auch immer

Danke für euer Interesse 😉

boost